50 Jahre Heilig - Geist

 

50 Jahre

Heilig - Geist – Kirchengemeinde


 

 

Nach dem II. Weltkrieg war Hannover eine zerstörte Stadt und die Flüchtlinge aus den Ostgebieten des deutschen Reiches strömten nach Westen. Diese Flüchtlinge und die ansässigen Hannoveraner und Hannoveranerinnen fanden in den Gemeinden der evangelischen und katholischen Kirche im Stadtgebiet ein Stück Heimat.

Die Gemeinden in Vahrenwald und der List erreichten schnell eine Zahl von Gemeindegliedern, die weit über das Maß einer vernünftigen Gemeinde-größe hinaus ging. So wurde in der Lister Kirchengemeinde eine 4. Pfarrstelle eingerichtet. Diese Stelle war verbunden mit dem Auftrag, eine neue Gemeinde zu bilden. Den Auftrag dazu bekam Pastor Knoche. Es wurde ein Beirat gebildet, der die Gründungs-arbeit mit begleiten und der später in den Kirchenvorstand übergehen sollte. Da es an Raum für die neu zu bildende Gemeinde mangelte, erbot sich der damalige Bundesgrenzschutz, einen Klassenraum für die sonntägliche Andacht bereit zu stellen. Am 18. Juni 1961 fand der erste Gottesdienst in diesem Raum statt.

Mit der Selbständigkeit der Gemeinde, die offiziell am 1. Juli 1962 gegründet wurde, fielen einige Grundstücke nördlich des Hirtenwegs an die Ge-meinde. Darauf baute die Gemeinde ihr Gemeindehaus. Am 5. Oktober 1962 wurde der Grundstein gelegt. Ende 1962 wurde auch eine 2. Pfarrstelle für die Gemeinde genehmigt. Diese Stelle wurde durch Pastor Kolberg besetzt, der schon im Vorfeld seinen Gemeindeteil aus Vahrenwald eingebracht hatte.

Mit der Fertigstellung des Gemeinde-hauses nahmen die Gemeinde-schwester und die Bezirkshelferinnen die

 

Arbeit in der Gemeinde auf. Es fanden regelmäßig Kindergottesdienste statt und es bildeten sich Frauen -, Männer -, Jugend – und Altenkreise. Sehr schnell bildete sich auch ein Chor, der in Hannover auf Grund seiner guten Leistungen geschätzt und bekannt werden sollte.

Mit dem Bau der Kirche wurde dann ein weiterer Schritt in Richtung einer vollständigen Kirchengemeinde ge-macht. Leider war der ursprüngliche Entwurf nicht zu realisieren. Er war zu teuer. Dennoch verzagte die Gemein-de nicht. Sie hatte schon in den An-fangsjahren einen Kirchbauverein gegründet. Dieser bemühte sich zu-sätzlich um finanzielle Mittel. So konnte am 8. Juni 1975 endlich der Grundstein für die Kirche gelegt werden. Nach dem neuen Entwurf sollte der bisher im Gemeindehaus provisorisch unter-gebrachte Kindergarten im Unter-geschoss der Kirche seinen Ort finden. Am 22. August 1976 konnte dann die Kirche eingeweiht werden und eine Woche später der Kindergarten.

Der Altarinnenraum fand seine Vollendung am 1. Juni 1980. Die Form des Taufbeckens entspricht der eines Blütenkelches und verbindet mittel-alterliche Vorbilder von Taufsteinen mit einem modernen Entwurf. Die kunst-handwerkliche Gestaltung in Messing wurde durch eine für Altar – und Kanzelbau bekannte Firma aus Rehren durchgeführt. Die ineinandergreifenden Schalen des Taufsteins verdeutlichen, genauso wie der Kirchturm, die Trinität Gottes.

Der Kirchenraum selbst wird über dem Altar durch den Saum vom Mantel Gottes geprägt. Auch beim Blick aus dem Fenster und von außen am Gebäude ist er zu sehen.

Die Glocken waren im August 1976 in der Glockengießerei Gebrüder Rincker in Sinn (Dillkreis) gegossen worden. Sie symbolisieren Glaube, Liebe und Hoffnung. Die Glockenweihe fand am Reformationstag des Jahres nach einem festlichen Gottesdienst statt.

1979 war dann auch die Orgel fertig. Sie wurde von der Firma. Hillebrand eingebaut. Zum 25. Jubiläum des Kirchbaues 2001 wurden die Fenster erneuert. Sie sind von Günter Grohs entworfen und von der Firma Schnee-melcher eingebaut worden.

Anfang 2007 konnte das neue Gemeindehaus fertig gestellt und bezogen werden. In ihm ist durch die u.a. behindertengerechte Art des Baus besonders die Arbeit mit älteren Menschen angenehm durchzuführen. Es entstand aus dem Umbau eines der beiden Pfarrhäuser. Die Veränderungen innerhalb der Gemeinde, die Auflage, den Gebäudeumfang an die Gemein-degröße anzupassen und eine zuneh-mende Sanierungsbedürftigkeit des alten Gemeindehauses waren Auslöser für dieses Vorhaben. Dieser fand eine sinnvolle Nachnutzung durch eine russisch-orthodoxe Kirche.

Zusammen mit der Kirche, dem Kirchturm und Kirchplatz bildet heute das neue Gemeindehaus ein ansprechendes, in sich geschlossenes Ensemble.

Inhaltlich war in all den Jahren die Gemeinde an der Diskussion gesell-schaftlicher Themen beteiligt, seien es die Aufarbeitung des II. Weltkrieges, der „Kalte Krieg und die Friedensinitiative“, neue Theologien oder die Diskussion mit den Menschen jüdischen Glaubens in unserer Stadt über deren Glauben und die durch das „Alte Testament“ gegebenen Gemeinsamkeiten, der Einsatz für die armen indigenen Bevölkerungen in Südamerika und Afrika oder der Kampf für die Glaubensfreiheit in den Staaten ohne Religionsfreiheit gewesen.

Auch zukünftig wird sich diese Gemeinde in die Entwicklungen der Gesellschaft einmischen, zumal Ge-meinden schon immer einen Auftrag im Bereich des Sozialen für diese Gesell-schaft hatten und auch haben werden.

 

Viele Ehrenamtliche und Hauptamtliche haben in der Gemeinde durch die Jahre hin bis heute mit großem Einsatz dankenswerterweise Aufgaben übernommen, um für alle in unserem Gemeindegebiet da zu sein, von den ganz Kleinen bis hin zur älteren Generation.